Für westliche Ohren nicht alltäglich, für Liebhaber der klassischen Musik ein Ereignis allererster Güte. Etwa 35 Zuhörer hatten sich im Friedenspalast in Erfurt eingefunden, um das Konzert von Partha Bose, Sitar und Suman Sarkar, Tabla zu erleben.

Die Sitar ist das populärste, im Westen bekannteste, Musikinstrument Indiens. George Harrison, der spirituellste der vier Beatles, hat schon von Ravi Shankar gelernt, das Instrument mit den bis zu 20 Saiten zu bedienen und mit zu seiner Bekanntheit im Westen beigetragen.

Wie man ein solches anspruchsvolles Instrument zur höchsten Perfektion bedient, konnten die Zuhörer im Friedenspalast erleben.

Partha Bose spielte das erste Mal spielte mit elf Jahren live im Studio von All India Radio, es folgten Konzerte und Festivalauftritte. Internationales Ansehen gewann er bei Konzerten in den USA, in Kanada, Australien und Madagaskar. Zahlreiche Tourneen absolvierte er in europäischen Ländern wie Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg und Deutschland, er lehrt an renommierten Universitäten in Kanada und den USA und hat Studenten in vielen Teilen der Welt. Als offizieller Vertreter der Regierung Indiens besuchte er Afrika. 2010 hat er Seminare an der Franz-Liszt Musikhochschule in Weimar und am Belvedere Musikgymnasium zusammen mit seinem Tabla-Begleiter Suman Sarkar gegeben.

Zwei Ragas kamen zu Gehör.

Raga bedeutet Klangfarbe, Gefühl und Stimmung, Freude und Genuss. Durch den Friedenspalast inspiriert, wählte Partha Bose die „Dabari Kanada“-Raga.

Darbari bezieht sich auf den „Königshof“, auf den „Palast“ und stammt aus der Zeit der Mogulherrscher in Indien. Sie gehört zu den Ragas, deren Stimmung ernst, getragen und voller Pathos ist und die spät Abends zu Gehör gebracht wird.

Langsam und eindringlich hat Partha Bose das Thema im Alap vorgestellt und die Zuhörer in seinen Bann gezogen, unmerklich immer mehr das Tempo gesteigert und die Raga zu einem ersten virtuosen Höhepunkt geführt, bevor die Tabla als Rhythmusinstrument einsetzt und nun beide Musiker gemeinsam improvisieren, mal zusammen, dann überlässt die Sitar der Tabla die Führung um dann weiter die Raga voranzutreiben. Das Publikum ist begeistert, wann darf man sich schon mal in Erfurt von der Stimmung eines Königshofs gefangen nehmen.

Aufzeichnung der „Raag Mishra Gara“ im Friedenspalast Erfurt, am 15. November, 2014 mit Partha Bose und Suman Sarkar.

Nach der Pause bietet Partha Bose „leichtere Kost“ an, den Nachtisch. Raag Mishra Gara ist eine sehr populäre Raga die es erlaubt Melodien verschiedener Ragas zu kombinieren. Auch nach dieser Darbietung war der Applaus groß und die Zuschauer nutzten die Gelegenheit sich die Instrumente erklären zu lassen oder ließen sich CDs der Künstler signieren.

 

Suman Sarkar in Erfurt

Suman Sarkar, Tabla

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Suman Sarkar stammt aus einer Familie, in der Musik ein fester Bestandteil der Familientradition arstellt. Sein Vater war Sänger, Musiklehrer und Komponist. Er führte Suman in das Tablaspiel ein. Suman trat des erste Mal öffentlich in den achtziger Jahren in Kalkutta auf. In den neunziger Jahren besuchte er das erste Mal Deutschland und seitdem tourt er regelmäßig die ganze Welt. Er wurde vom österreichischen Kulturministerium eingeladen, Seminare durchzuführen, außerdem ist er ständiger Besucher der CLic Schule für indische Musik in Brüssel. 1995 publizierter er sein erstes Album „Himmel auf Erden“ zusammen mit dem deutschen Organisten Helmut Weber.